Urlaub in Holland – Tag 5

Willkommen im Jahr 2018 – wir wünschen allen alles Gute und viel Glück für das neue Jahr.

Ich schreibe heute über den letzten Tag des Jahres 2017, unserem 5. Tag auf Noord- Beveland. Ein verregneter Tag, leider teilweise so doll, dass wir uns gar nicht aus dem Haus oder aus dem Auto trauten. Nach der üblichen Morgenrunde und dem üblichen Frühstück, fiel die Entscheidung: Wir fahren nach Vlissingen. In der Stadt kann man Regen besser ertragen, wenn es zuviel wird, geht man irgendwo rein.

Gesagt, getan, auf ging es zunächst über die nasse Wiese vor unserem Haus. Die Häuser in unserem Quadrat haben in der Mitte eine Wiese, über diese müssen alle, wenn sie zu ihren Häusern wollen. Über unsere Wiese erreicht man 6 oder 7 Häuser. In Deutschland geht sowas wohl nicht, glaube ich. Da muss es zu jedem Grundstück eine Zuwegung geben, sonst sind es Hubschraubergrundstücke. Hier geht das alles, allerdings darf es nicht soviel regnen, dann hat man nasse Schuhe und Füsse, wenn man am Auto ankommt oder eben am Haus. Da es gestern den ganzen Tag regnete, ist aus unserer Wiese ein Sumpf geworden, welchen es zu durchdringen gilt. Dazu nehme ich Gummistiefel und Hendrig seine Wanderstiefel, die können das ab. Ich ziehe mir dann am Auto andere Schuhe an und zurück wechsle ich das dann wieder. Man muss sich nur zu helfen wissen…..

Aber ich wollte ja über gestern schreiben…..Vlissingen gehört zur Region Walcheren, ebenso wie Middelburg. Diese beiden Städte sind die größten Städte auf Zeeland. Middelburg hat uns nicht ganz so gut gefallen, dafür aber Vlissingen umso mehr. Vlissingen liegt im Mündungsgebiet der Westerschelde mit direktem Zugang zur Nordsee. Der Reiseführer sagt dazu auszugsweise: „Vlissingen präsentiert sich als modern- nüchterne Industriestadt. Die Kanalanlagen sind mit wenigen Ausnahmen frei zugänglich. Das Stadtzentrum erinnert an ein funkelndes Glasmosaik mit dem Wappen Vlissingens. Das schöne Glockenspiel im Rathausturm (48 m) untermalt vergangene glorreiche Zeiten.“

Trotz Dauerregen und Silvestertag hat uns der Stadtrundgang mit einem Glühweinabschluss in einer der noch vorhandenen Weihnachtsbuden sehr gut gefallen. Die Geschäfte hatten trotz Sonntag aber wegen Silvester bis 16.00 Uhr auf und es war gut was los. Aber wir fanden einen Platz im Parkhaus und los ging es.

Fazit: Vlissingen ist unser Geheimtipp, wirklich sehr, sehr schön. Es soll dort auch wunderschöne Strände geben und eine Promenade. Aufgrund des Wetters schauten wir uns weder Strand noch Promenade an, überlegen aber, dies in einem unserer kommenden Urlaube nachzuholen. Die Holländer sind Camper, demzufolge sind hier auch viele und wunderbar gelegene Campingplätze. Das nächste mal nehmen wir Fentino mit und werden zu einer etwas wärmeren Jahreszeit nochmal vorbeischauen.

Wir haben uns in Vlissingen noch mit Oliebollen und Käse eingedeckt und sind dann zum Auto, um mit Mailo die große Runde zu drehen. Wir dachten an die Region Zoutelande, Westkapelle und Domburg, der Nordseeküste der Region Walcheren. Aber das überlegten wir uns ruckzuck anders…..Massentourismus wie auf dem Fischland-Darss-Zingst im Hochsommer. Befestigte Strände mit der Möglichkeit mit dem Auto direkt ranzufahren, pfui, hässlich. Wir waren sehr erschrocken und verschwanden blitzeschnell wieder aus der Gegend.

Wir versuchten andere Strände und landeten dann an dem, an dem wir uns schon seit Tagen rumtummeln. allerdings hat es in Strömen geregnet, da ging alles schneller als sonst. Mailo maulte zunächst, fand sich dann aber damit ab.

Zurück in der Bude, machten wir uns einen „bunten“ Silvesterabend, wir (Mailo nicht) haben brav durchgehalten bis 00.00 Uhr, dann gab es ein Sektchen, ein paar Jahreswechselgrüße und Geburtstagswünsche für das Geburtstagskind. Und dann war alles auch schon wieder vorbei.

Beim Warten auf Mitternacht habe ich mir mal das viele Infomaterial in der Wohnung vorgenommen und das gefunden:

Lustig oder?

Morgen geht es nach Hause, ich werde über das, was wir jetzt gleich machen werden heute abend schreiben. Einen schönen Neujahrstag, möglichst ohen Kater wünscht Euch allen
Katrin

Urlaub in Holland – Tag 4

Guten Morgen, heute ist der 31.12.2017, der letzte Tag in diesem Jahr. Auf Nord- Beveland scheint die Sonne und es regnet gleichzeitig ein wenig. Wir sind grad mit dem Frühstück fertig und bevor wir auf Tour gehen, schreibe ich noch schnell über unseren gestrigen Tag.

Er fing an, wie gehabt, Morgenrunde mit Mailo, heute an einer Hühnerfarm vorbei und an „unserer“ Mühle

Frühstück, schnell unter die Dusche und los geht es zum Einkaufen. Handy an, Google Maps nach Supermärkten bzw. Lebensmittelgeschäften in der Nähe suchen lassen. LIDL in der Nähe von Goes, da ging es hin. Wir waren etwas enttäuscht, sehr unaufgeräumt, aber wir bekamen alles für die verbleibenden drei Tage. Auf dem Rückweg kamen wir an einem ALDI vorbei, wir schauten auch da mal rein. War auf jedem Fall besser sortiert, wir nahmen noch eins zwei kleinere Sachen mit….Leckerlies für Menschen, die gibt es hier ja in Massen, auch im ALDI.

Wieder im Auto überlegten wir, ob wir erst zur Wohnung fahren, die Einkäufe ablegen und dann noch mal losziehen, oder ob wir gleich auf eine Besichtigungstour fahren und wenn ja wohin. Ihr erinnert Euch bestimmt, wir sind hier in einer der berühmtesten Austernregionen der Welt, deshalb wollten wir uns dies einmal genauer ansehen. Yerseke ist die Hochburg der Austern und Miesmuscheln. Die Saison dauert von September bis April, im Mai sollen die Scheißerchen giftige Sekrete absondern und für den Menschen gefährlich sein. Respekt habe ich schon vor diesem Getier…und bisher standen Muscheln und Co auch nicht auf meiner Speisekarte. Es gibt hier knapp 50 Muschelzüchter, sagt der Reiseführer, hier im Grevelingenmeer und in der Osterschelde werden jährlich mehr als 20 Millionen Austern gezüchtet. Sie reifen in strumpfförmigen Netzen hängend bis zu fünf Jahren in sogenannten Creusen. In Yerseke werden sie dann in entsprechenden Becken tagelang gewässert, dann in Spankörbe verpackt und weltweit verscherbelt. Das saubere und warme Wasser der Osterschelde erweist sich als ideales Terrain für derartige Zuchten. Im Hafen von Yerseke werden die Delikatessen auch in kleineren Mengen angeboten, deshalb nichts wie hin da!

Als erstes fiel auf, dass es dort vor Belgiern nur so wimmelt. Ein paar Holländer waren auch dort, aber deutsche Autokennzeichen waren gar nicht zu finden. Egal, wir mischen uns unter die Touristen und schauen uns das Spektakel mal an, jedenfalls das, was man sehen durfte, die Austernwaschbecken.

Beeindruckt von den Anlagen trauten wir uns in einen der Verkaufsläden und erwarben 12 Austern direkt aus dem Austernbecken, verpackt und zertifiziert. Das Austernmesser gab es gratis dazu, die Zitrone musste bezahlt werden 🙂 Ein paar Tage halten sich die Tierchen im Kühlschrank, wir werden sie noch in Holland verspeisen.

Apropos verspeisen, wir dachten uns, hier ist es ganz schön, wir bestellen für den ersten Januar einen Tisch und gehen am letzten Abend des Urlaubs, dem ersten Abend des neuen Jahres und damit dem Geburtstagsabend des Herren des Hauses, schick essen. Gern auch Austern. Aber ha, denkste, hier auf Zeeland sind die Restaurants am 01.01. zu. Das ist Familienzeit, schließlich haben sie das ganze Jahr geöffnet, sagt einer der Restaurantleute. Und außerdem ist es Montag, montags haben sie hier sowieso zu. Schade! Deshalb beschlossen wir, doch gleich mal frisch zubereitete Austern zu essen und entschieden uns für eines von vielen Restaurants direkt an den Austernwaschanlagen mit Blick auf selbige. Hervorragende Wahl, wirklich, wer hier mal in der Nähe ist, Yerseke, Restaurant Oesters & Bubbles (Bubbles wegen des Proseccos, den es zur Austernplatte dazu gibt), sehr zu empfehlen. Da gibt es auch einige andere Spezialitäten, Hummer bspw. und für alle, die sowas gar nicht mögen, Tapas gibt es dort auch. Wir aßen Austern, 6 Stück für jeden, zwei naturell mit Zitronensaft, zwei gratiniert und 2 als Spezialität des Hauses, mit Zitronenschaum und gedünsteten Zwiebeln…..

Satt und voller Eindrücke sind wir dann wieder zum Auto und haben nach einer kurzen Fahrt unsere Bestie freigelassen und sind mal wieder an der Nordsee gelaufen. Gute 1,5 Stunden, dann reichte es uns für den Tag. Zurück nach Hause, schauten wir uns unseren Austernkarton an und konnten nicht anders…..

Sehr, sehr lecker! Ich muss dazu sagen, dass ich bis kürzlich auch kein Muschelgetier aß, aber am Beaujolais- Abend im November gab es Austern. Und schon da schmeckten sie mir, wer hätte das gedacht. Vielleicht verzehre ich auch bald andere Muscheln, die Jacobsmuscheln, die ich bisher aß, mochte ich zwar nicht, aber was heißt das schon. In diesem Sinne, alles kann sich ändern, zumindest sehr vieles. Wir wünschen allen Freunden, Verwandten und Bekannten, allen unbekannten und bekannten Mitlesern einen schönen Silvesterabend mit einem gelingenden Rutsch rüber ins Jahr 2018 und für jenes dann alles, alles Gute!

Katrin und Hendrig

PS: Jetzt grad schnallt auch Mailo, dass das Geböller da draußen sonst nicht ist, steht am Fenster und deutet ein Bellen an. Mal sehen, wie er sich heute noch so haben wird.

Winke, winke…..

Urlaub in Holland – Tag 3

Zatertag (dt. = Samstag), 30.12.2017 (holländ. = dertigste twaalfde), klingt bisschen nach Plattdeutsch…….heute schreibe ich über den gestrigen Tag, dem 3. Tag auf Nord- Beveland. Wir sind heute etwas eher los, wir wußten nicht, wielange die Geschäfte aufhaben bzw. wann sie wieder öffnen. Deshalb schreibe ich erst jetzt über den gestrigen Tag.

Nachdem ich gestern morgen die übliche Ost- West- Schleife mit Mailo drehte, wartete eine üppiges Frühstück auf mich, mit holländischem Käse, spanischem Schinken, italienischer Fenchelsalami, ungarischer Salami und heimischer Himbeermarmelade, Kaffee und einem Kochei. Ein Bild habe ich von der Morgenrunde…immer dem Sonnenaufgang entgegen.

Beim Frühstück fiel dann die Entscheidung. Wir fahren nach Middelburg. Middelburg ist eine Denkmalstadt, dieses Prädikat wurde ihr verliehen als Würdigung erfolgreicher Restaurierungsarbeiten nach schwerer Zerstörung durch die deutsche Luftwaffe am 07.05.1940. Middelburg und Vlissingen sind die beiden größten Städte der Region Walcheren in der Provinz Zeeland. Wir hatten Glück mit einem Parkplatz, Pech mit dem Wetter. Es regnete in Strömen, somit hatten wir nicht wirklich Lust uns, die vielen restaurierten Gebäude von außen anzuschauen, sondern landeten vielmehr in der Innenstadt, besser gesagt, in der Fußgängerzone. Viele Schuhläden gab es, das muss ich zugeben, aber dafür sind wir ja nicht nach Holland gefahren, denkt der Mann! Rund um den Marktplatz sind noch einige weihnachtliche Buden, anders als in Rostock auf dem Weihnachtsmarkt, setzt man sich da rein und trinkt heiße Schokolade. Also ich meine, man steht nicht an einem Stehtisch und trinkt Glühwein….

Und dann sahen wir sie, die Tradition zum Jahreswechsel überhaupt, Oliebollen….wohin man schaut. Wir haben die Berliner, die Holländer haben die Oliebollen, wohin man schaut, heute gab es 10 zum Preis von acht und so weiter. Wir haben zwei gekauft, lecker. Es gibt sie mit allen möglichen Zusätzen, wie Nutella, Vanillecreme, verschieden Fruchtfüllungen…wir entschieden uns für die klassische Variante mit Rosinen.

Überhaupt sind die Holländer ein süßes Volk, die Candyläden sind überdimensioniert. Lakritz und Karamel wird hier tonnenweise verzehrt, so sieht es aus, wenn man die Berge davon so sieht. Fotografieren war verboten in den Läden…warum eigentlich? Von nem Foto wird doch keiner satt? 🙂
Im Reiseführer steht, dass Middelburg eine von Grachten und Kanälen durchzogene Stadt ist, wir sahen nur einen Kanal, der sich rund um die Stadt zog. Wenn ich jetzt in den Stadtplan schaue, sehe ich auch, dass es nur den einen Kanal gibt. Aber der Regen und der Hund haben uns vielleicht was versäumen lassen? Na gut, egal, alles in allem eine schöne Stadt ja, aber Goes ist schöner!!!! Mal schauen, wie es in Vlissingen wird, da werden wir wohl morgen mal hinfahren.

Apropos Hund, Mailo wartet immer brav im Auto, wenn wir unsere ohne- Hund- Touren drehen. Das macht er wirklich sehr gut und die Temperaturen hier lassen dies auch gut zu. Er bekommt seine Zeit auch, gestern waren wir mit ihm an einem ganz anderen Nordseestrand. Super war es dort, für ihn, für Herrchen und für mich. Wir sind wieder gut gewandert, da wuchs die Vorfreude auf das Abendessen! Da warteten ja Austern auf uns….Im Urlaub können wir Mailo leider nicht mit Rohfleisch füttern, wie sonst zu Hause. Diese Umstellung macht sich schon wieder bemerkbar, er schietert, schietert, schietert und wird schon wieder immer dünner. Das Ersatzfutter (mit 80 % Fleischanteil) ist wohl nicht das Richtige. Ich werde vor unserem nächsten Urlaub noch mal schauen, ob sich was Besseres findet. Und dieser ungewohnte Verdauungsprozess zeigt sich durch ständigen Hunger, dies wiederum durch alles Aufsammeln und möglichst Verschlingen. Furchtbar! Was da alles in seinem Magen landet und der Durst ist auch dreimal so groß, wie sonst.

Es war Ebbe…..

An unserem zweiten Tag waren wir auf Neeltje Jans und haben eine Muschelfarm besucht. Dort haben wir Austern gekauft, ich schrieb ja schon, dass Zeeland eine Hochburg der Auster- und Muschelproduktion ist. Wir entschieden uns für gratinierte Austern und eine Fischsuppe, beides gab es zum Mitnehmen. Gestern Abend hat mein persönlicher Sternekoch alles vorbereitet, gekocht, gebraten und angerichtet. Ein Abendessen ganz im Zeichen des Meeres, 1. Gang Fischsuppe

Zweiter Gang gratinierte Austern

Dritter Gang gebratenes Thunfischsteak mit einem gemischten Salat und Brot und ein Weihnachtsheineken- Pilschen

Alles in allem……ein schöner Tag trotz Regen in Middelburg und der vergeblichen Suche nach Grachten 🙂