Reisebericht Stettin Teil 2 – Kurzurlaub im Februar 2018

Stettin Tag 2

Heute ist unser zweiter Tag in Stettin, wir ließen es zunächst sehr ruhig angehen heute morgen. Ausschlafen war angesagt, dann hieß es für mich, über den gestrigen Tag zu schreiben, die Bilder zu sortieren, sie hochzuladen und in der richtigen Reihenfolge zu platzieren. Zwischendurch gab es ein lecker Frühstück und es wurde der zweite Ausflugstag in Stettin geplant. Ein Blick aus dem Fenster sagte, nicht ganz so sonnig, wie am ersten Tag, aber trocken, wenn auch trüb.

 

Wir nahmen uns vor, die Attraktion Stettins überhaupt zu besuchen, die Hakenterrasse. Waly Chrobrego, von dort kann man das Panorama der Oder und des Hafens bewundern. Die Anlage entstand zwischen 1900 und 1914 (Wikipedia), auf dem Gelände eines ehemaligen Forts. Benannt wurde das Bauwerk nach dem langjährigen Oberbürgermeister Stettins, Hermann Haken. 

Also machten wir uns auf den Weg und es begegneten uns Gebäude und Plätze, die wir schon am ersten Tag sahen:

 

Und dann kamen sie, die schönsten Sehenswürdigkeiten von Stettin……das Wojewodschaftsamt und die Hakenterrasse!

 

Weiter ging es in Richtung Altstadt, hier gab es noch einige Paläste zu bewundern und das ein oder andere Denkmal….

 

Bei einer Pause in einem indischen Restaurant, welches thailändische Küche anbot und Kathmandu hieß  😆 überlegten wir uns, die gelbe Route noch zu nehmen. Die gelbe Route war in unserem Stadtplan die Goldene Route, sie führt den Besucher an Denkmäler vorbei. Insgesamt 12, 9 davon haben wir gemacht, dann war genug mit Kunst, Kultur und Geschichte aus Stettin  😎 

Los ging es mit Denkmal eins, das Denkmal zum Dank an die sowjetischen Soldaten.  Das war weg, oder besser….wir fanden es nicht, so sehr wir es auch suchten. Nun ja, böse, wer da Böses denkt….

Denkmal zwei, das war der Mann Colleoni auf dem Pferd von gestern, der im Original in Venedig steht. An ihm sind wir dann heute vorbei gelaufen.  Denkmal drei ist die Denkmalallee und Denkmal vier das Seemannsdenkmal

 

Denkmal fünf ist das Rektoratsgebäude, Denkmal sechs noch eine Stadtverwaltung und Denkmal sieben, das ist Papst Johannes Paul der II. Er war da schon mal, hinter der Stadtverwaltung im Park und hat geredet vor vielen Menschen, deshalb das Denkmal und auch weil er ja Pole war und Pabst. Die Stadtverwaltung von Stettin leistet sich neben dem roten Rathaus auch noch einen grünen Palast. Schick, schick…..gut 400.000 Stettiner müssen halt auch verwaltet werden, da brauchts dann viele Paläste  😆  😆  😆 

 

Denkmal acht ist die Platanenallee, hinter der Stadtverwaltung im Park. Die geht man dann lang zum Denkmal neun, das Denkmal der Tat der Polen! Drei Adler, riesig und von ganz weit weg schon zu sehen

 

Wie gesagt, Denkmal 10,11 und 12 haben wir nicht mehr aufgesucht. Es sind ein Amphitheater, ein Rosengarten und ein Mühltal. Amphitheater kennen wir zur Genüge aus Italien, einen Rosengarten schaut man sich besser zu einer anderen Zeit an und Mühlen haben wir kürzlich ganz viele in Holland gesehen  😉 

Aber wir waren kaputt von der Latscherei, hatten Hunger und Durst und sind schnurstracks in eine traditionelle Fischkneipe gegangen. Sehr zu empfehlen, das Paprykarz……hat überhaupt nichts mit Paprika zu tun, sondern ist benannt nach einem Stettiner Fischgericht, Fischhack mit Reis in Tomate. Dies bekommt man im Lokal als Geschenk des Hauses und Starter. Hmmmm…..

 

So, das waren Sie, unsere zwei Tage in Stettin, oder drei Nächte. Es gibt noch eine blaue Touristentour, aber die haben wir bewusst nicht gemacht. Außergewöhnliche Stettiner und ihre Mietshäuser. Das ein oder andere Haus haben wir zufällig gesehen, wir kannten den oder die Stettiner(in) nicht, die hier wohnten oder geboren wurden. Einzig das Geburtshaus von Katharina der II., spätere Zarin oder auch bekannt als Katharina die Große, das Haus haben wir gesehen. Wir meinen, dass es nicht mehr das ursprüngliche Geburtshaus ist, denn zu modern ist das, was da steht. Deshalb gibt es davon auch kein Foto. 

Fazit: Eine Stadt, die alle ihre durchlebten Epochen noch zeigen kann. Wenn andere Reiseberichte sagen, dass die sozialistischen Bauten das Stadtbild stören, sehe ich das nicht so. Auch das war eine Epoche, die ihre Gebäude hervorbrachte. Einige davon haben sich sehr gut in das ganz alte und das ganz neue Stettin eingefügt, andere wiederum müssen unbedingt angepasst werden. Dies gilt aber auch für die alten, grauen Stuckhäuser, die vereinzelt neben und zwischen hübsch sanierten Häusern stehen. 

Im Vergleich mit Rostock verliert Stettin noch, aber das ist auch logisch. Zu uns Rostocker kamen gleich nach der Wende die Leute mit dem Geld und haben unsere Häuser hübsch gemacht. Die Stettiner müssen dies selbst machen und das dauert eben etwas länger. 

Die Stadt ist sehr lebhaft, viele junge Menschen sorgen dafür, dass wie in anderen europäischen größeren Städten auch eine multikulturelle Szene entsteht, welche die Stadt zu einem Erlebnis werden läßt. Internatioale Restaurants finden sich ebenso, wie auch die großen weltweiten Schnellgastronomien, angesagt sind sie hier in Stettin allemal. 

Wir haben uns sehr wohl hier gefühlt, meinen aber auch, dass es im Sommerhalbjahr schöner ist. Es ist zu ahnen, wie grün die Stadt sein kann und wie das Leben im Freien den Besucher nochmal ganz anders fesselt. Vielleicht schauen wir und das auch mal an, man wird sehen. 

 

PS. Schwangere haben hier eigene Parkplätze….sehr schön!

 

Reisebericht Stettin Teil 1 – Kurzurlaub im Februar 2018

Wir sind in Sczcecin- auch Stettin genannt. Der polnische Name ist sehr schwer zu schreiben, deshalb werde ich in meinem Reisebericht den deutschen Namen für die Stadt an der Oder im Nordwesten Polens verwenden. 

Wir haben uns für Stettin entschieden, weil:

  1. es nur knappe drei Stunden Autofahrt von Rostock in die Innenstadt von Stettin sind
  2. diese Stadt für uns auch zu Zeiten des noch existierenden Arbeiter- und Bauernstaates erreichbar und ganz anders war als Rostock und wir somit einen Vorher- Nachher- Vergleich machen können
  3. diese Stadt ähnlich groß ist, wie Rostock und mit der Nähe zur Ostsee auch ähnlich strukturiert und wir somit diese beiden Städte HEUTE miteinander vergleichen können
  4.  das Internet sagt, es gibt zwei Shopping Center, das eine soll das größte der Region sein, das andere sogar das größte Europas…..
  5. es hier tolle Restaurants geben soll, die auch preislich deutlich unter dem liegen, was üblicherweise in deutschen Lokalen verlangt wird
  6. wir ein sehr schönes Apartmenthotel in der Innenstadt gefunden haben und von hier aus, alles fußläufig erreichbar sein soll

Abfahrt am Donnerstag, 15.0.2018 gegen 15.00 Uhr, Ankunft 18.00 Uhr am Hotel. Schlüssel geholt, Auto geparkt, Wohnung inspiziert und ab zur nächstgelegenen Gaststätte. Hier gab es überwiegend traditionelle polnische Küche und tatsächlich, das Essen war gut und die Preise sehr gering. Als der Anreisetag zu Ende war, stand der Plan für Tag 1 in Stettin.

 

  1. Tag in Stettin

Nach einem selbst zubereiteten Frühstück im Apartment ging es los. Auf Schusters Rappen durch Stettin. Erstes Ziel: das Schloss der Pommerschen Herzöge. Das Schloss befindet sich mitten in Stettin, ringsherum sind Wohngebiete. Es ist sehr imposant, auch wenn ich persönlich die Architektur sehr „zusammengewürfelt“finde. Es ist kein einheitlicher Baustil erkennbar. Allerdings gibt es einen sehr schönen Glockenturm mit einer astronomischen Uhr, diese soll zu jeder vollen Stunde schlagen. Wahrscheinlich ist sie kaputt, wir haben sie nicht schlagen hören. Gestört wird der Blick auf das Schloss und auch im Innenhof von vielen Baustellen. Es wird noch viel gewerkelt an den Gebäuden, aber das ist bei fast allen Schlössern so, die ich mir anschaute. Eine Restaurierung reicht oft nicht aus, so alte Gebäude zu erhalten. 

Auf dem Weg zum Schloss sahen wir ein Denkmal, welches im Original in Venedig steht. Ich habe es dort nicht gesehen, falls ich mal wieder in Venedig bin, werde ich es dort suchen. 

 

Am Denkmal vorbei ging es weiter Richtung Schloss. Wir kamen am Shopping Center Galeria Kaskada vorbei. Es soll das größte der Region sein….Nunja, wir kennen ja die anderen Shopping Center der Region nicht, dieses aber war nicht das größte, was ich jemals sah. Auf jedem Fall ist die Mall of Berlin viel größer…..Ein Teil der Läden gibt es in Deutschland auch, aber einige kleinere Boutiquen versprechen eigenes Design und Ideen. Aber weiter geht es, wir wollen ja nicht gleich shoppen, sagt der Mann….Vorbei an vielen hübsch sanierten alten Häusern mit wirklich seeeehr viel Stuck, immer entlang vierspuriger Straßen mit vielen Autos, Straßenbahnen, Transportern und sonstigen Fahrzeugen. Ohne Ampeln und Zebrastreifen wäre es unmöglich, von der einen Seite zur anderen zu gelangen. Sowas gibt es in Rostock nur an ein, zwei Stellen. Aber hier in Stettin ziehen sich üppig breite Straßen durch die Stadt. Links und rechts alte und neue Häuser, mehr oder weniger saniert und restauriert. Es wirkt sehr unruhig, das Stadtbild, zumindest auf der Strecke, die wir zum Schloss nahmen.

 

Und dann erreichten wir das Schloss:

 

Im Schloss waren wir nicht, wir wollten weiter, zumal das Wetter eher zum Verweilen im Freien einlud. Und sowas kann sich bekanntlich im Februar schnell mal ändern….Geht man vom Schloss in Richtung Oder sieht man sehr hübsche Häuserzeilen, das alte Rathaus, die Basilika Skt. Jacobi und andere mehr oder weniger hübsche Häuser. Die Kirche ist schon sehr mächtig, wir schauten kurz rein, haben und aber gegen eine Besichtigung entschieden. Irgendwann haben wir uns mal gesagt, wenn es Eintritt kostet, nicht!

Das Nationalmuseum befindet sich in einer Kirche, so sieht es jedenfalls aus. Sehr schön, eines der schönsten Gebäude in Stettin. Marktförmig ordnen sich Bars und Cafes rund um den Platz, es lässt sich erahnen, wie schön dieser Platz im Sommer sein muss. Das alte Rathaus mit seinem eigenwilligen Giebel konnte ich nur gegen das Sonnenlicht fotografieren, aber von diesem Gebäude findet man im www ganz viele bessere Fotos. Vielleicht kommen wir noch mal dran vorbei, dann versuche ich es erneut.

 

Weiter geht es……über die „dicken“ Straßen schrieb ich schon, aber wir fanden auf dem Weg zu Neustadt eine Fußgängerbrücke, über welche wir schnell von der Altstadt in die Neustadt kommen. Vorbei an einem hübschen wasserlosen Brunnen ging es zum sog. neuen Rathaus. Ein riesiger roter Backsteinbau, deshalb auch rotes Rathaus genannt. Im Gotikstil erbaut 1875 bis 1879. Die Stadtverwaltung hat hier ihren Sitz. 

Nachdem wir noch ein wenig durch die Neustadt spazierten und nichts aufregendes mehr entdeckten, sind wir zurück in die Altstadt, ins Zentrum Stettins mit den Zielen Königstor, Hafentor, Philharmonie, PAZIM-Gebäude, Shoppingcenter Galaxy, dem angeblich größten Europas. Wie wir bereits feststellen konnten, es gibt keine Fußgängerzone, wie sie in deutschen Städten dieser Größe und größer eigentlich immer zu finden ist. In Rostock ist es die Kröpi…..vielleicht hat Stettin deshalb auch diese riesigen Einkaufscenter? Hier findet sich nach oben gebaut alles, was bei uns in der Hansestadt nebeneinander steht…..die vielen großen Einkaufsketten, es gibt sie auch in Stettin.

Im  PAZIM- Komplex, einem sehr modernen Bauwerk, sitzen die Bankenwelt und das Radisson Blu Hotel. Den Pazim- Turm sieht man von überall, egal wo man sich in Stettin grad befindet. Und wenn man auf ihn zu läuft, dann findet man auch das Galaxy- Einkaufszentrum. Erst wollten wir gar nicht rein, aber um zu prüfen, ob es wirklich so groß ist, sind wir dann doch rein. Vorher aber machten wir noch eine kleine Pause mit Imbiss in einem sehr schönen tschechischem Lokal, dem Hospudka. Als wir vor einigen Jahren mal einen Tagesausflug nach Stettin zum Baumarkt machten, landeten wir zufällig in diesem Lokal. Es gefiel uns damals schon sehr gut und tatsächlich, wir fanden es wieder. Trotz der versteckten Lage in einer Nebenstraße im Keller. Also erste Pause hier mit einem Pilsner Urquell und einer Gulaschsuppe, dann ab zum Galaxy und nochmal eine Pause mit einem Cappuccino. 

Das Galaxy- Center ist tatsächlich etwas anders, als die üblichen Einkaufscenter. Es gibt sehr viel Fläche zum Verweilen mit einem wirklich sehr schönem Wasserspiel. Hier wurde nicht die Verkaufsfläche in den Vordergrund gestellt, sondern das Verweilen im Komplex ohne zu shoppen. Es ist schön, dort bei einem Cappuccino zu sitzen und die Architektur auf sich wirken zu lassen. Die klassische Rolltreppe gibt es hier nur hintergründig, statt dessen gehen „Fahrstrassen“ langsam durchs Center, tauchen mal wieder auf und verschwinden hinter Säulen. Gläserne Fahrstühle sausen auf und ab, aber irgendwie auch sehr unauffällig. Ein schönes Shoppingzentrum.

Auf dem Weg dorthin kamen wir am Dialogzentrum Umbrüche vorbei, es geht hier um die polnische Geschichte im zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau der stark zerstörten Region. Man konnte sich an einer Art Drehtafeln die verschiedensten Motive zusammenstellen, um so einen Eindruck über die schweren Kriegs- und Nachkriegszeiten zu erhalten.  Die Philharmonie ist ein sehr auffälliges Gebäude, wir sahen es den ganzen Tag immer mal wieder und wussten lange nicht, was in diesem Zackenhaus wohl sein mag. 

Im Königstor ist heute ein angesagtes Kaffee, das Hafentor ist ein Denkmal. Man ahnt, dass an diesen Toren mal eine Stadtmauer lief, aber ob das wirklich so war, wissen wir nicht. 

 

Nach der ganzen Bummelei waren wir dann gegen 17.00 Uhr etwas kaputt und traten langsam den Rückweg an, der ja auch noch etwas Pflasterlaufen bedeutete. Statt zur Wohnung zu gehen, blieben wir in unmittelbarer Nähe in einem BBQ- Restaurant und aßen nach und bei einem Bierchen einen Burger. Auf dem Heimweg dann schauten wir noch in einem der vielen Kioske vorbei, um noch etwas für das Frühstück zu besorgen und verschwanden dann in unserem Apartment. Bei einem gemütlichen Fernsehabend und einem Gläschen Wein ging der Tag zu Ende. Mal schauen, was der zweite Stettintag so bringt. Es gibt noch einiges zu sehen.